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YOGA
- STRESS
YOGA
ALS PSYCHOPHYSISCHE LEHRE
In
der indischen Philosophie beschäftigt sich
Yoga mit vielen Erkenntnisbereichen. Für
unseren Zweck jedoch wollen wir uns auf jenen Teil des Yoga beschränken,
der sich mit der Körperhaltung und der Meditation beschäftigt.
Nur
kurz zu Ihrer Information: Wir haben auch Yoga, das sich mit der düsteren
Seite unseres Lebens auseinandersetzt – das heisst, mit den Zeiten
der Unentschlossenheit, der Verzweiflung, der Freudlosigkeit und der
Trauer, die man durchlaufen muss, um eine bestimmte Situation zu
begreifen und damit zurechtzukommen.
YOGA
ist eine Philosophie, die den psychophysischen Aspekt unseres Lebens
behandelt. Es ist eine psychophysische Lehre, wie sie vor vielen
Tausend Jahren im wedischen Zeitalter
Indiens dargestellt wurde. Es ist eine Lehre,
die Weisheit, Ausgewogenheit, Geduld, Selbstbeherrschung und
Gelassenheit vermittelt.
Yoga
besteht nicht aus Dogmen und Übungen nur für die bereits Eingeführten.
Yoga
soll allen helfen, ihre innere Ruhe zu finden.
Seitdem
Yoga in der westlichen Welt populär wurde, ist der Begriff fast zu
einem Synonym für die verschiedenen Körperstellungen im Yoga
geworden. Das passt natürlich ausgezeichnet zur westlichen
Gesellschaft, die völlig körperlich orientiert ist. Yoga ist
heutzutage häufig deshalb so beliebt, weil es sich so gut in den
modernen Fitnesskult einzugliedern scheint.
In
der westlichen Welt hat sich also vor allem der physische Teil des
Yoga etabliert.
Aber
wie trainiert man seine mentalen Muskeln, wie übt man seinen Geist?
Yogastellungen
(oder Übungen) sind nicht dafür da, den Körper wie in einem
Fitnessstudio zu stählen oder ein paar Pfund oder Kilos zu verlieren.
Der Hauptzweck der Übungen besteht darin, seinen Körper auf die
MEDITATION vorzubereiten. Der Geist soll gestärkt werden, um die Stürme
besser überstehen zu können, denen wir in unserem Leben immer wieder
ausgesetzt sind.
Meditation
besteht aus der fortwährend gleichen
Betrachtung (Erkenntnis) eines erwählten Objekts, deren Fluss durch
keine andere Betrachtung unterbrochen wird.
Die
Lehre der Meditation wurde in Indien dazu entwickelt, den Geist mit
der nötigen Nahrung zu versorgen. Er soll durch die Meditation geübt
werden, und man muss lernen, ihn zu entspannen und ruhen zu lassen.
Der
Geist wird wiederbelebt, wenn er ruht. Ohne diese Übung werden die
mentalen Muskeln schlapp.
Alle
Yogaformen bringen ihren Schülern Meditation bei. Der Geist ist das
letzte Hindernis, das überwunden werden muss, und er ist auch das
schwierigste, das man zu bewältigen hat. Der Geist arbeitet stärker
als der Körper. Unser Geist ist in einem ständigen Zustand der
Anspannung.
Natürlich
brauchen wir für die Meditation auch einen gesunden Körper, in dem
unser Geist wohnt.
DER
KÖRPER BEHERBERGT DEN GEIST. DIE SORGE UM DEN KÖRPER IST ALSO
ESSENZIELL.
Es
ist inzwischen allgemein bekannt, dass der Zustand des Körpers etwas
mit dem Zustand des Geistes zu tun hat. Deshalb beschäftigen sich die
Meditationsanweisungen nicht nur mit der Disziplinierung des Geistes,
sondern auch mit der Beherrschung des Körpers.
Wenn
man Yogaübungen macht, kann man oft deutlich erfahren, wie sich die
verschiedenen Grundhaltungen auf Körper und Geist auswirken.
Sie
beleben unseren Körper und lassen unseren Geist gesund und ruhig sein.
Sie
geben uns ein Gefühl der Frische und der Entspannung und nehmen alle
körperliche Lethargie von uns.
Und
die Meditation stärkt unsere geistigen Muskeln.
Diese
Beziehung zwischen Körper und Geist unterscheidet Yoga von
konventionellen Übungen. Bei Yoga wird auf das Fitsein von innen nach
aussen wert gelegt. Mentale Stärke ist wichtiger als blosse körperliche
Kraft. Yoga ist mehr ein inneres als ein äusseres Training.
Yoga
kräftigt nicht nur alle Systeme des Körpers – es lehrt uns auch,
wie wir uns entspannen. Wir können eine perfekte Harmonie zwischen
unserem Körper, unserem Leben und unserem Geist schaffen. Wir können
in Freundschaft und Eintracht mit unserem eigenen Selbst leben.
STRESS
IN UNSEREM LEBEN
Was
ist Stress?
Stress
ist etwas, das uns anregt und unsere Aufmerksamkeit schärft. Ein
Leben ohne einen solchen Stimulus wäre unglaublich reizlos und
langweilig. Ein Leben mit zu viel Stimulus wird jedoch höchst
unangenehm und ermüdend und kann auf langfristige Sicht unserer
Gesundheit oder unserem Wohlergehen schaden. Zu viel Stress kann sich
sehr nachteilig auf uns auswirken.
Zu
wenig kann zu Langeweile und "Einrosten" führen – zu viel
kann uns "ausbrennen" lassen.
Stress
ist die physische und mentale Antwort des Körpers auf die
Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Stress entsteht, wenn wir
nicht mehr in der Lage sind, negative Gefühle auf bestimmte
Ereignisse des täglichen Lebens abzuschütteln.
Stress
beeinflusst uns mental, emotional und körperlich. Er lässt uns
weniger effizient und effektiv sein, untergräbt unsere Beziehungen zu
anderen Menschen und beeinflusst unsere körperliche und geistige
Gesundheit.
Mit
den in letzter Zeit zahlreichen Fusionen und Akquisitionen von Firmen
wird das Entlassen von Mitarbeitern immer häufiger. Dieses Phänomen
bedeutet einen grossen Stressfaktor. Es werden immer weniger
Angestellte, die immer mehr Arbeit leisten sollen.
Das
Leben im Büro produziert meist sowieso viel Stress. Dieser Stress
zeigt sich direkt im Körper. Stress färbt auf die Interaktion mit
den Kollegen ab. Stress im Job führt zu körperlichen Symptomen –
zu Kopfweh, Rückenschmerzen, Problemen mit dem Magen und manchmal zu
Angst.
Stress
ist ein Teil unseres Alltags, und für das moderne Leben wird es immer
wichtiger, zu lernen, mit diesem Stress richtig umzugehen. Es gibt
eine Möglichkeit, Stress abzubauen, und dem Willigen stehen viele
Methoden zur Verfügung, mit Stress sinnvoll umzugehen.
DIE
WIRKUNG VON STRESS
Stress
hat folgende Wirkungen:
Körperlich
zeigt er sich durch Symptome wie Nackenschmerzen, einer Anspannung
zwischen den Schulterblättern, Kopfweh, etc.
Psychisch
und emotional offenbart er sich durch negatives Verhalten, schlechte
Beziehungen im Berufs- und Privatleben und falsche Entscheidungen.
WAS
FÜHRT ZU STRESS?
Bei
verschiedenen Menschen gibt es die unterschiedlichsten Ursachen für
Stress. Zum Beispiel: Termindruck; Schwierigkeiten bei der
Arbeitsplanung; schlechte Zeiteinteilung; kaum bezahlbare Schulden; Lärm;
das Einfinden in ein neues Umfeld; Konflikte im privaten Leben (zum
Beispiel Trennungen). Sehr oft entsteht Stress durch eine Anhäufung
verschiedener Probleme, die sich teilweise entwickeln, ohne dass wir
es merken.
Bei
unserem heutigen schnellen Leben, häufig wechselnden Jobs, Umzügen,
Scheidungen und Heiraten und der Weiterentwicklung der modernen
Technologie, mit der wir nicht immer mithalten können, kommt es zu
zahlreichen Spannungen. Wir versuchen bei diesem gnadenlosen Kampf ums
Überleben zumindest nach aussen hin Ruhe zu bewahren, aber innerlich
fühlen wir uns verstört und gejagt. Mentaler Stress und psychische
Belastungen sind die Strafe, die wir dafür zahlen, ein moderner
Mensch zu sein. Das hat zu einem Anstieg psychosomatischer Krankheiten
geführt – also körperlicher Krankheiten, die durch einen verstörten
Geist hervorgerufen werden.
Schlaflose
Nächte sind die Folge, und am nächsten Tag wird man von Depressionen
heimgesucht. Sie machen sich etwas vor, wenn Sie glauben, Ihre
Probleme durch Schlafmittel und Beruhigungstabletten in den Griff zu
bekommen. Solche Medikamente bringen Ihnen nur für den Moment
Erleichterung, aber keine Heilung. Sie werden davon bloss abhängig.
Stress
ist stets mehr psychisch als physisch zu verstehen. Beruhigungsmittel
unterdrücken nur die Symptome.
Stress
ist nicht nur für Körper und Seele schlecht, sondern er führt auch
dazu, dass unsere wahre Natur unter einem Berg von Aufgaben, Terminen
und Sorgen begraben wird.
Stress
entsteht vor allem dann, wenn wir mit den Anforderungen, die an uns
gestellt werden, nicht mehr zurechtkommen.
Unser
tägliches Leben ist aber voll von Anforderungen, die unsere physische,
emotionale und geistige Energie auf die Probe stellen.
DEN
STRESS IN DEN GRIFF BEKOMMEN
Unser
Leben ist voll von Stress und Druck. Manchen davon schaffen wir uns
selbst, anderen haben wir nicht unter Kontrolle. Mit dem Stress des
modernen Lebens zurechtzukommen ist dringend nötig, und es gibt viele
Methoden, das zu lernen – Methoden mit einer sehr langen Geschichte.
YOGA
– bestehend aus Grundhaltungen beziehungsweise Übungen, Atemübungen
und Meditation – ist eine der einfachsten Methoden, den Stress in
unserem modernen Leben zu bewältigen.
Yoga
hilft, den täglichen Stress abzubauen, und lehrt uns, wie wir uns
entspannen und loslassen können.
Yoga
gibt uns die Möglichkeit, geistige Ruhe zu erleben. Den Körper zu
dehnen und mit dem Atmen zu arbeiten, nimmt das parasympathische
Nervensystem in Anspruch und macht es so für den Körper möglich,
sich wieder zu normalisieren. Allmählich werden Gesundheit und
Haltung verbessert und somit Müdigkeit bekämpft und Aufmerksamkeit
gefördert. Das führt wiederum zu einer verbesserten Produktivität
und einem gesteigerten Selbstgefühl.
Wir
funktionieren am besten, wenn wir entspannt sind. Entspannung ist die
Atempause in der täglichen Hetze durchs Leben. Diese Atempause ist
notwendig, um den Körper und den Geist auf eine grössere Energie und
einen klareren Blick vorzubereiten. Selbst ein Wechsel des
Arbeitsplatzes kann schon eine gewisse Entspannung mit sich bringen.
Entspannung
senkt Blutdruck und Puls und lässt uns wieder ruhiger atmen.
Entspannung hilft uns beim Entkrampfen unserer Muskeln und lässt uns
emotionale Belastungen besser ertragen.
Unsere
Nervenzellen werden wiederbelebt, weil sie während der Entspannung
von der Routine der Arbeit befreit sind.
Meinen
Sie nicht auch, dass nach einem 8- bis 10-Stundentag eine Zeit der
Entspannung folgen sollte – so wie es uns auch die Natur zeigt, wo
nach einer Wachperiode eine des Schlafes folgt?
Tiefer
Schlaf ist bei dem Tempo unseres Lebens, vor allem in großen Städten,
nicht mehr möglich. Die Menschen heutzutage rennen wie die
Wahnsinnigen von einem Termin zum anderen und finden kaum Zeit, sich
hinzusetzen und nachzudenken, ein Buch zu lesen oder Musik zu hören.
Wir,
die wir in der westlichen Welt leben, haben weder die Zeit noch die
Gelegenheit und häufig auch nicht den Willen, zu meditieren. Unser
geschäftiges Leben erlaubt uns nur selten einen Blick nach innen.
Es
stimmt aber nicht, dass wir uns keine einzige freie Minute erlauben können.
Es ist nicht so sehr die fehlende Zeit als vielmehr das Gefühl, dass
wir eine solche Entspannung überhaupt nicht brauchen. Und genau das führt
zu diesem verrückten Tempo. Das Geld, das man in einem solch
angespannten Leben verdient, wird einem kein Leben nach der
Pensionierung lassen. Ein Dasein in ständiger Hetze ist eines geprägt
von Anspannungen, Nervosität und Angst.
Das
Problem muss an den Wurzeln gepackt werden.
Wir
müssen lernen, uns zu entspannen.
Yoga
hilft uns, den Stress des Alltags zu verringern.
Sie
meditieren, um den Stress abzuschütteln.
MEDITATION
wird Ihnen helfen, sich zu entspannen.
So
mancher joggt nach einem ermüdenden Arbeitstag, weil er davon ausgeht,
dass Schwitzen und körperliche Anstrengung wiederbelebend wirken können.
Das stimmt auch. Aber es wird Ihnen noch besser gehen, wenn Sie sich
nach dem Joggen hinsetzen und Ihrem Geist erlauben, für eine Weile zu
ruhen. Die mentale Übung erfolgt durch das Ausruhen Ihres Geistes.
Sich entspannen zu lernen ist der Schlüssel für körperliche,
emotionale und mentale Gesundheit.
Wenn
sich Ihr Geist ausruht, wird er geübt; er bekommt seine Nahrung.
Danach ist er wieder gestärkt, und Sie werden ruhiger, geduldiger und
aufmerksamer sein.
Aber
meditieren Sie nicht über Ihre Arbeit. Das würde nur den
Arbeitsstress wieder aufleben lassen, den Sie ja gerade los werden
wollen.
Es
ist nutzlos, sich mit Zeitung und Büroarbeit einschliessen zu wollen.
Und selbst wenn Sie diese Dinge draussen lassen und Türen und Fenster
verriegeln, werden Sie wahrscheinlich noch immer mit Ihren Sorgen und
Befürchtungen beschäftigt sein.
Yoga
wirkt dieser körperlichen und geistigen Müdigkeit entgegen. Es ermöglicht
Ihnen emotionale Ausgeglichenheit.
Medizinische
Studien haben gezeigt, was man im Yoga schon seit vielen Tausend
Jahren weiss:
Meditation
hilft Körper und Geist. Da sie mit tiefer Entspannung einhergeht,
nimmt sie dem Körper den Stress und löst ein Gefühl physischer und
psychischer Erleichterung, ein Gefühl von Verjüngung und erhöhter
Vitalität aus. In einem fortgeschritteneren Stadium erlebt der Übende
dann einen tiefen Frieden und eine Ruhe, die sich auch auf sein tägliches
Leben auswirkt.
Das
Wichtigste ist, dass wir diese geistige Disziplin erlernen. Sie zeigt
uns, wie wir in Harmonie mit uns selbst, unseren Instinkten, Gefühlen,
Empfindungen und Vorstellungen leben können.
Yoga
hilft uns, diese Disziplin zu erlernen.
YOGA
IM GEGENSATZ ZU ANDEREN ÜBUNGEN
Lassen
Sie mich Ihnen jetzt einiges über die Yogahaltungen aus der körperlichen
Sicht erklären.
Es
gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Yogaübungen und anderen
Arten von Übungen.
Allgemein
wird fälschlicherweise angenommen, dass Yogaübungen körperliche Übungen
sind. Körperliche Übungen sind sich wiederholende Bewegungen, während
Yogaübungen wenig Bewegung beinhalten. Hier geht es nur um Körperstellungen,
die über einen längeren Zeitraum hinweg eingehalten werden.
Die
Grundhaltungen und die Atemübungen helfen Ihnen, Ihre Reaktion auf
Stress zu ändern und vermindern so dessen schlechten Auswirkungen. Zu
diesen Grundhaltungen gehört die Konzentration auf bestimmte Teile
des Körpers, was zu einer grösseren Spannkraft sowohl im Körper als
auch im Geist führt.
Wenn
man Yogastellungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg einhält,
kann man Kraft sammeln und erlebt so ein Gefühl der Entspannung und
der Hochstimmung.
Yogaübungen
sollen ausserdem helfen, die Funktionen der inneren Organe zu
verbessern.
WIE
BEEINFLUSST UNS YOGA IM REIN KÖRPERLICHEN BEREICH?
Meistens
sind wir uns unserer Muskeln am stärksten bewusst, wenn wir die
Grundhaltungen im Yoga üben. Wir benutzen sogar Muskeln, von denen
wir kaum wissen, dass es sie gibt.
Mit
Hilfe der Grundpositionen kommt es zu einer tief reichenden
Dehnbewegung. Die Muskeln werden sanft und vorsichtig gedehnt, ohne überanstrengt
zu werden. Auf diese Weise können sie sich schrittweise und ohne
Risiko ausdehnen. Ein flexibler Muskel ist gleichzeitig ein starker,
gut ausgebildeter Muskel.
Auch
unser Knochenbau profitiert von solchen Übungen. Nicht nur die
Muskeln werden gelockert und gedehnt, sondern das Gleiche geschieht
auch mit den Bändern, die unser Skelett zusammenhalten.
Unsere
Zirkulation verbessert sich durch regelmässiges, tiefes Atmen. Yoga
hilft Ihnen, mehr auf Ihr Atmen zu achten, selbst wenn Sie gerade
keine Atemübungen machen. Die Übungen mit dem Kopf nach unten verstärken
die Blutzirkulation, kehren den venösen Blutfluss um und verbessern
die Reinigung der Lymphen.
Das
Verdauungssystem wird ebenfalls durch die inneren Massagebewegungen,
die mit Hilfe einiger Grundhaltungen auf die Organe ausgeübt werden,
deutlich verbessert.
Auch
Nervensystem und endokrine Drüsen werden erreicht. Die Konzentration
beim Yoga auf die Wirbelsäule, durch die alle Hauptnerven des Körpers
laufen, ermöglicht es, unsere nervliche Energie zu kontrollieren.
Der
Hauptzweck der Grundhaltungen liegt darin, in unserem gesamten
neuromuskulären System die richtige Spannkraft aufzubauen.
Yoga
bedeutet sowohl körperliche als auch geistige Anreize. Yoga ist
deshalb ideal. Man kann mit Yoga nicht nur den Körper trainieren,
sondern beruhigt durch die Atemübungen auch das Nervensystem. Durch
kontrolliertes Atmen werden Blut und Gewebe wieder mit mehr Sauerstoff
versorgt, und das Gehirn kann wieder besser funktionieren.
Yoga
ist eine Art der Lebensgestaltung, die für die Regulierung der körperlichen
Funktionen und der psychischen Prozesse höchst nützlich ist und
unser allgemeines Wohlbefinden verbessert.
IM
VERGLEICH ZU ANDEREN KÖRPERLICHEN ÜBUNGEN
Die
Grundhaltungen im Yoga sind einfacher zu erlernen als Aerobic und
Gewichteheben.
Man
braucht weder einen speziellen Ort noch eine bestimmte Ausrüstung.
Die
Übungen setzen sich aus langsamen, dynamischen und statischen
Bewegungen zusammen.
Es
besteht nur eine sehr geringe Gefahr, sich Muskeln oder Bänder zu
verletzen.
Die
Grundpositionen verlangen nur wenig Anstrengung; so verbrauchen Sie
viel weniger Energie.
Yoga
verbessert den Sauerstofftransport im Blut.
Yoga
verbessert den Blutkreislauf und die Reinigung der Lymphen.
Yogaübungen helfen, eine gute Körperhaltung zu bewahren.
Bei
Yoga gibt es keine Altersbegrenzung.
Yogaübungen
richten sich nach den natürlichen Bewegungen des Körpers. Die Grundübungen
führen zu einem statischen Dehnen, das für die Bekämpfung von Krämpfen
und die Verhinderung von Schmerzen sehr wirkungsvoll ist. Statisches
Dehnen ist wesentlich ungefährlicher als dynamisches.
Die
meisten Yogahaltungen und Atemübungen belasten im Gegensatz zu
Sporttraining weder Herz noch Blutgefässe.
Emotionaler
Stress führt häufig dazu, dass sich die Rückenmuskeln anspannen.
Sanfte Yogadehnungen helfen direkt, diese körperlichen Anspannungen
zu lockern. Wenn sich Muskeln entspannen, wird auch der Geist wieder
ruhiger.
Die
Übungen sind sowohl für den Körper als auch für den Geist. Sie verändern
die Reaktionen des Körpers auf den täglichen Stress, der heutzutage
so verbreitet ist.
Was
Yoga auszeichnet, ist die Konzentration und Aufmerksamkeit, die wir
dem Körper zollen – die Aufmerksamkeit, die wir erreichen, während
wir unseren Grundhaltungen nachgehen. Das Ergebnis ist eine Stärkung
des Geists und des Körpers. Indem wir eine bestimmte Stellung
einnehmen und halten, ergibt sich eine Harmonisierung zwischen
Nervensystem und Muskeln. Das lässt eine Art von Spannkraft im Körper
entstehen und beeinflusst unser körperliches und geistiges Verhalten.
Yoga
ist eine allumfassende Methode, die den Körper fit hält und den
Geist wach.
Die
grosse Entdeckung des Yoga war die Erkenntnis, dass die inneren Vorgänge
durch die zarte Verbindung mit dem Nervensystem kontrolliert werden können.
Der Begriff Yoga wird noch immer mit dieser einzigartigen Methode
verknüpft.
Lassen
Sie uns aber nicht einige wichtige Dinge über die Yogaübungen
vergessen:
Yoga
ist keine Gruppenaktivität, sondern besteht ausschliesslich aus Übungen
für den Einzelnen.
Für
Yoga braucht man Engagement und muss regelmässig üben.
Beim
Yoga gibt es keine Konkurrenzgedanken.
Ihr
Körper ist nicht wie der Körper eines anderen. Was Sie können, ist
für einen anderen vielleicht unmöglich.
Es
ist ein Spiel um Millimeter. Sie bewegen sich langsam Millimeter um
Millimeter voran.
Sie
entwickeln innere Fähigkeiten, die nicht dadurch zu messen sind, wie
weit Sie Ihren Körper biegen können.
Yoga
lehnt Schnelligkeit bei allen Übungen ab und bevorzugt den langsamen,
aber stetigen Weg.
SCHLUSSGEDANKEN
Nun
will ich zum abschliessenden Teil meines Vortrags kommen.
Es
gibt einen Leitsatz in Sanskrit, der heisst:
UNSER
INNERES SELBST ENTHÄLT DEN SCHLÜSSEL ZUR ANTWORT AUF UNSER LEBEN.
Im
wedischen Zeitalter wurde gepredigt: ATMANAM VIDDHI – ERKENNE DICH
SELBST.
Man
findet dieselben Worte auf Altgriechisch im Tempel von Delphi.
Diese
Idee – Erkenne dich selbst – nimmt auch in der Theorie der
Individuation des großen Psychologen Carl Gustav Jung eine wichtige
Stellung ein.
Rainer
Maria Rilke schrieb in seinen berühmten "Briefen an einen jungen
Dichter": "Ich kann Ihnen keinen besseren Rat geben als
diesen: Ziehen Sie sich in sich selbst zurück und erproben Sie die
Tiefe, aus der Ihr Leben entspringt."
In
der Meditation ist es wie bei einer Pfütze: Man muss den Schlamm erst
einmal nach unten sinken lassen. Wenn der Geist sich setzt, wird er
klar, und wenn der Geist klar wird, kann man ihn durchforschen und
herausfinden, was sich in ihm befindet. Sie werden in der Lage sein,
Ihre Gefühle von Augenblick zu Augenblick zu verfolgen.
MEDITATION
wird Ihnen helfen, die Verwirrungen in Ihrem Inneren zu lösen und das
Leiden zu beseitigen. MEDITATION ist die Pflege des Geistes. Sie ist
die Erneuerung des Bewusstseins. Sie ist ein Akt der Aufmerksamkeit,
eine Willensanstrengung. Meditation ist eine Änderung unseres Selbst.
C.
G. Jung sagt: "Wir müssen das Unbewusste öffnen und dürfen es
nicht unterdrücken, es nicht mit Medikamenten zum Schweigen
bringen."
Yoga
versucht, die innere Welt des Bewusstseins zu erforschen, und hilft
uns, das Bewusste und das Unbewusste zusammenzubringen.
Die
Tatsache, dass es einen Konflikt in uns gibt, beweist, dass wir den
Willen besitzen, unseren Geist zu kontrollieren. Aber häufig verliert
unser Wille diesen Kampf. Manchmal wird unser Geist sehr unstet und
extrovertiert und springt ständig von einem Objekt zum anderen.
Eine
Beherrschung der Gedanken bedeutet Freiheit. Das Geheimnis liegt in
der Disziplinierung des Gedankenflusses.
Indem
wir jeglichen Gedankenfluss und die Ablenkungen durch unsere Wünsche
unterdrücken, ermöglichen wir es dem Geist, sich auf ein Objekt
einzulassen, es zu durchdringen und eins mit ihm zu werden.
Indem
wir unsere Gedanken ändern, ändern wir unser Leben und indirekt auch
den Charakter der Welt.
Es
ist unser Geist, der die Welt um uns herum strukturiert, der unsere
Beziehungen bestimmt, der unsere Gefühle hervorbringt. Die
Beherrschung des Geistes ist deshalb von eminenter Bedeutung.
Wenn
man dieser uralten Methode heutzutage fast überall auf der Welt
folgt, so deshalb, weil es dringend notwendig ist. Man muss sich nur
die CNN-Nachrichten anschauen, um zu begreifen, wie sehr Yoga in unser
aller Leben eine Rolle spielen muss.
Yoga
ist ein Werkzeug, das Sie gebrauchen können, um Ihr gesamtes
Wohlergehen zu verbessern.
Yoga
bietet körperliches
Selbstvertrauen
geistigen Frieden
intellektuelle Klarheit
emotionale Gelassenheit
ABER
YOGA LIEFERT KEINE RASCHE LÖSUNG.
Wenn
Sie nur wenige Minuten Zeit haben und durch Sport Kalorien verlieren
wollen, wird Yoga Sie enttäuschen. Aber die Erfahrungen, die Sie körperlich
und geistig durch Yoga gewinnen, sind phänomenal. Sie werden Ihnen
bestimmt helfen, klarer zu denken und entschlossener zu handeln.
Ich
möchte meinen Vortrag mit einem mehr als dreitausend Jahre altem
Zitat der wedischen Philosophen beenden:
"Verstehen
oder Verstand ist der Lenker des Wagens Körper, gezogen von den
Pferden Sinnen,
die
von dem Geschirr Geist im Zaum gehalten werden."
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